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Feuerwehrverband

Einsatz-Nr.29/10 – ??? ca. 100 Einsätze – Hochwasser – Katastrophenalarm ausgelöst !

Es war wahrscheinlich ein Jahrhundert-Ereignis, was am 07.08.2010 u.a. auch die Gemeinde Sohland a.d. Spree ereilte ! Die Wetterfrösche hatten davor gewarnt, aber niemand konnte auch nur annähernd den Umfang dieses Großschadensereignisses erahnen ! Und es kam schlimmer, als von allen erwartet ! Und so erfolgte, nach bereits stundenlangen heftigen Regenfällen, gegen 13.40 Uhr die erste Alarmierung für die Sohlander Wehr.

Zu den Bildern bitte auf das Foto klicken ! (Update 10.08.10 !)

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Gemeldet wurde die Überflutung eines Wohnhauses an der Sohlander Rosenbachstraße. Danach ging es Schlag auf Schlag ! Ein Einsatz jagte den Nächsten und wir sollten für lange Zeit nicht mehr zur Ruhe kommen ! Zum Einsatz kamen sämtliche Einsatzfahrzeuge der FF Sohland ( HLF 20/16, TLF 16/25, SW 800, KLF, ELW, MZF, KBM).

Durch die heftigen, andauernden Regenfälle waren sämtliche Bäche im Gemeindegebiet ,und vor allen Dingen die Spree, über die Ufer getreten und stiegen weiterhin extrem schnell an !

Eine zeitnahe, flächendeckende Warnung der Bevölkerung durch die Behörden vor der nahenden Katastrophe war einfach durch die rasende Geschwindigkeit der ansteigenden Fluten nicht mehr möglich ! Dabei wurden viele Wohnhäuser, Industriebetriebe, Kindergärten, Fahrzeuge etc. überflutet und stark beschädigt. Viele Wohnhäuser sind nicht mehr bewohnbar, Menschen wurden in ihren Wohnungen eingeschlossen und mussten mittels Schlauchbooten evakuiert werden ! Rettungseinsätze wechselten sich mit Technischen Hilfeleistungen ab und stellten die Kameraden jedesmal vor neue Herausforderungen ! Zahllose Keller wurden leergepumpt, Autos aus überfluteten Garagen geborgen … !

Wie schnell das Wasser stieg, erlebten wir am eigenen Leib ! So hatten wir mit den Einsatzfahrzeugen einige Straßen noch "relativ trocken" befahren können, stand das Wasser binnen weniger Minuten bereits 30-40cm hoch und füllte uns die Stiefel ! Schnellstmöglicher Rückzug – in einigen Fällen nicht vermeidbar !

Aber es wurde noch viel schlimmer ! Durch die enormen Wassermassen und das damit verbundene Treibgut wurden viele Brücken im Gemeindegebiet überflutet, stark beschädigt und mussten gesperrt werden. So u.a. auch die Stauseeberücke auf der B 98. Die große Betonbrücke am "Roten Hof" wurde durch die enormen Wassermassen sogar zum völligen Einsturz  gebracht ! Einige Ortsteile waren für längere Zeit nicht mehr erreichbar !

Unsere feuerwehreigene Leitstelle wurde von 2 Kameraden besetzt, von dort aus wurden alle Einsätze der FF Sohland koordiniert. Und die Liste mit abzuarbeitenden Einsätzen wurde immer länger. Am späten Samstagabend standen mehr als 60 Einsätze nur für die Sohlander Wehr auf den langen Listen ! Und so kamen uns auch mehrere auswärtige Feuerwehren zur Hilfe. Neben den Ortswehren Taubenheim und Wehrsdorf waren auch die Feuerwehren Steinigtwolmsdorf, Radibor und Milkel im Gemeindegebiet im Einsatz. Es herrschten teilweise katastrophale Zustände. Der Zugverkehr auf der Strecke BischofswerdaZittau wurde eingestellt und es kam zu einem großflächigen Stromausfall im Gemeindegebiet. Glücklicherweise konnten wir bei unserer Feuerwache eine Noteinspeisung über ein Notstromaggregat vornehmen und somit den Einsatzbetrieb aufrecht erhalten !

Hier zeigte sich, dass unser weitläufiges Denken bei der Planung des Bau’s der Feuerwache von großem Vorteil war ! Durch den Stromausfall kamen weitere Problem auf. In den Schweineställen der Agrargenossenschaft fielen dadurch die Klima-u. Belüftungsanlagen aus, eine prekäre und lebensbedrohliche Situation für die empfindlichen Tiere ! Gemeinsam mit der FF Wehrsdorf wurde die Stallanlage zwangsbelüftet und die Tiere somit gerettet ! Glücklicherweise wurde kurze Zeit später wieder die Stromversorgung zugeschaltet.

Da die Rettungswache in Kirschau auch von der Spree überflutet wurde, wurden die Rettungswagen verlegt. 1 RTW wurde bei uns in Sohland stationiert, ein weiterer bei der FF Neukirch. Von hier aus starteten dann auch zahlreiche Rettungseinsätze. 

Zu den Bildern vom 08.08.2010 bitte auf das Foto klicken ! (Update 11.08.2010 !)

Gegen 1.30 Uhr Nachts legten wir dann eine kurze Einsatzpause ein, bevor wir am 08.08.2010 kurz nach 7.00 Uhr wieder durch die Alamierungen über die Funkmeldeempfänger aus dem Schlaf gerissen wurden ! Mittlerweile wurde für den Landkreis Bautzen Katastrophenalarm ausgelöst !

Und wieder mussten wir viele verschiedene Einsätze fahren. In der Zeit von 7.08 Uhr – ca. 19.00 Uhr absolvierten wir mindestens weitere 40 Einsätze. U.a. hatte sich "An der Aue" ein Gastank losgerissen und war leckgeschlagen. Das Gas breitete sich im Spreetal und dem angrenzenten Wohngebiet aus. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt und evakuiert. Die Menschen wurden in einer Schule untergebracht und versorgt. Es wurde der Betreuungszug des DRK und der Org.-Leiter Rettung alarmiert. Diese kümmerten sich dann gemeinsam mit der FF Sohland um die Betreuung der Personen. Weiterhin wurden die Messleitfahrzeuge der FF Frankenthal und Beiersdorf, sowie ein entsprechender Fachberater alarmiert.

Außerdem wurde durch die Leitstelle Bautzen die Betreiberfirma der Tankanlage informiert. Schließlich wurde der Tank durch Mitarbeiter besagter Firma gegen Mittag abgedichtet und es konnte Entwarnung gegeben werden. Die Menschen konnten in Ihre Häuser zurück. Die meisten Personen hatten Verständnis für diese unumgängliche Maßnahme.

Die anderen Einsatzkräfte absolvierten in der Zwischenzeit wieder zahlose Einsätze. Es mussten viele Keller ausgepumpt werden. Schlimm erwischt hat es auch einige Mittelstandsbetriebe und einen großen Industriebetrieb in Sohland. Vielerorts packten Mitarbeiter der Firmen und Nachbarn tatkräftig mit an. Auch bei vielen Privatleuten halfen Bekannte, Verwandte und Nachbarn. Hier zeigte sich, dass der Zusammenhalt der Menschen in Notfällen und Katastrophen funktioniert.

Es wäre zu viel, hier auf jeden Einsatz einzugehen, es sind einfach viel zu viele ! Und am Montag 7.00 Uhr geht es weiter mit der Abarbeitung der Einsatzstellen ! Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die vielen Firmen, Nachbarn und Privatpersonen, welche der Sohlander Feuerwehr mit Speisen und Getränken unter die Arme gegriffen haben, das ist heutzutage keinesfalls mehr selbstverständlich, leider ! Deshalb umso mehr DANKE !

Ein herzliches Dankeschön auch an die 3 Hundertschaften Polizei, welche aus Potsdam anreisten sowie an die einheimische Polizei aus Sachsen. Danke auch an die Bewohner aus Sohland, welche sich teilweise selbstständig geholfen haben, es waren einfach viel zu viele Schadensfälle auf einen Schlag !

Der Gesamtschaden in der Gemeinde Sohland ist zur Zeit noch nicht zu beziffern ! Sicher ist, es entstand Sachschaden in Millionenhöhe ! Die Aufräumarbeiten werden sich über viele Wochen, wenn nicht sogar Monate hinziehen !

Auch am Montag, den 09.08.2010 waren ca. 15 Kameraden der Sohlander Wehr in der Zeit von 7.00 – 17.00 Uhr im Einsatz. Wiederum wurden zahllose Einsatzstellen abgearbeitet und Anwohner und Gemeinde bei den Aufräumarbeiten unterstützt. Den Kameraden waren allerdings die Strapazen der letzten Tage anzumerken und am Abend wollte niemand mehr das Wort "Hochwasser" hören ! Hoffen wir, dass ein solch katastrophales Ereignis nicht so schnell, möglichst überhaupt nicht mehr auftritt ! 

Zu den Bildern von den Aufräumarbeiten bitte auf das Foto klicken !

Fotos: FF Sohland a.d. Spree + Th.Schmidt

Videos: FF Sohland + YouTube

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